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MLZ

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85748 Garching

16.01.2026

Unermüdlich für Neutronen

Vom 3. bis 4. Dezember 2025 traf sich die Neutronen-Community zum User Meeting des Heinz Maier-Leibnitz Zentrums (MLZ). Rund 230 Teilnehmende kamen dafür zusammen – erneut in einem Jahr ohne Neutronen aus Garching, aber mit spürbarem Zusammenhalt und einem Fokus auf den Neustart der Forschungs-Neutronenquelle.

Das MLZ User Meeting in München bot der internationalen Neutronen-Community die Möglichkeit zum produktiven Austausch und Vernetzen. © Iris Köhler, Forschungszentrum Jülich/MLZ

„Wenn es um Wissenschaft geht, werde ich nie müde“, zitierte Prof. Dr. Tommy Nylander (Universität Lund), Vorsitzender des User Committee, den Physiker Erich Sackmann (1934–2024), einen Pionier der Neutronenforschung in der Biophysik. Das Zitat stand sinnbildlich für die Stimmung auf dem User Meeting. „Ich bin sehr optimistisch, dass der FRM II bald wieder in Betrieb gehen wird, nicht zuletzt dank der guten Arbeit des Managements, das technische und bürokratische Herausforderungen gemeistert hat“, sagte der Vertreter des Nutzerkomitees.

Fortschritt in der Pause

Zum Auftakt informierten die MLZ-Direktoren Prof. Dr. Christian Pfleiderer von der TUM und Prof. Dr. Martin Müller vom Helmholtz-Zentrum Hereon über den aktuellen Stand des FRM II sowie über Neuigkeiten vom MLZ. Im Mittelpunkt stand die Fertigung des Zentralkanals. Hier steht nach intensiver Entwicklungsarbeit nun der finale Test für den Fertigungsbeginn an, wie Christian Pfleiderer berichtete.

Prof. Dr. Stephan Paul (M.) erhielt den MLZ Preis von Prof. Dr. Martin Müller (r.) und Prof. Dr. Christian Pfleiderer (l). © Iris Köhler, Forschungszentrum Jülich/MLZ

Die unfreiwillige Betriebspause nutzten die Ingenieurinnen, Techniker und Forschenden am FRM II und am MLZ für umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen. So wurde die Neutronenleiter-Halle Ost fertiggestellt, in der modernste wissenschaftliche Instrumente aufgebaut wurden. Die Forschenden nutzten komplementäre Messmethoden am FRM II, unterstützten Messkampagnen an internationalen Neutronenquellen und betreuten dort Messgäste mit ihrem Know-how. Zudem entwickelten sie die Instrumente technisch weiter und erzielten wichtige Fortschritte bei der Umrüstung auf niedrig angereicherten Kernbrennstoff. Martin Müller ergänzte den Überblick um ein Update zu den strategischen Weiterentwicklungsprogrammen und Netzwerken, in denen das MLZ aktiv ist.

Neuer MLZ-Direktor ab 2026

Das User Meeting 2025 markierte zugleich Martin Müllers letzten offiziellen Auftritt als MLZ-Direktor, dessen Amtszeit nach fünf Jahren endet. Ab 2026 übernimmt Prof. Dr. Stephan Förster vom MLZ-Partner Forschungszentrum Jülich das Amt. Stephan Förster hatte diese Rolle bereits von 2018 bis 2020 inne. Christian Pfleiderer dankte Martin Müller ausdrücklich für sein Engagement.
Ein Höhepunkt des ersten Konferenztages war die Verleihung des diesjährigen MLZ-Preises an Prof. Dr. Stephan Paul (TUM) für seine Pionierarbeit zur Erforschung von Fragen der Teilchenphysik mit Neutronen.

Beim MLZ User Meeting 2025 nahmen rund 230 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teil. © Iris Köhler, Forschungszentrum Jülich/MLZ

Christian Felder vom MLZ stellte die Neuerungen des Forschungsdatenmanagements vor © Laura Richter, FRM II/TUM

Die Perspektive der User

Für das Komitee Forschung mit Neutronen (KFN) und stellvertretend für die KFN-Vorsitzende Prof. Dr. Mirijam Zobel begrüßte Dr. Michael Schulz, stellvertretender wissenschaftlicher Direktor am FRM II und Mitglied des gewählten Gremiums, die Teilnehmenden. Er wies auf die anstehende Wahl des nächsten Komitees im Frühjahr 2026 hin. Zentrale Zielsetzungen für das kommende Jahr werden etwa die stärkere Bündelung der Bedürfnisse der User sowie die Steigerung der Wahrnehmung der Neutronenforschung in Politik und Öffentlichkeit sein, so Michael Schulz.

Von Quantenphänomenen bis zu medizinischen Implantaten

In den parallelen Sessions präsentierten Forschende ihre aktuellen Ergebnisse aus einem breiten Themenspektrum – von Materialwissenschaften über Polymere und Proteine bis hin zu Teilchenphysik und Quantenphänomenen.

Dr. Hanna Barriga von der KTH Stockholm, Schweden, hielt ihren Keynote-Vortrag über die Struktur und Funktion von Lipid-Nanopartikeln in der Medizin, die in medizinischen Implantaten eingesetzt werden sollen. © Laura Richter, FRM II/TUM

Besondere Highlights des User Meetings waren die beiden Keynote-Vorträge: Dr. Hanna Barriga von der KTH Stockholm, Schweden, erläuterte die Struktur und Funktionen von Lipid-Nanopartikeln in der Medizin, etwa für Anwendungen in medizinischen Implantaten. In der zweiten Keynote präsentierte Dr. Jasper Landman von der Universität Wageningen in den Niederlanden neueste Erkenntnisse zur Stabilisierung von Proteinstrukturen in der Lebensmittelforschung, mit Anwendungen etwa für veganen Cappuccinoschaum.

Fokus auf den Neustart
Am zweiten Tag berichteten die MLZ-Forschenden, wie sie sich etwa in der Probenumgebung, im Datenmanagement und an den wissenschaftlichen Instrumenten auf den Neustart vorbereiten. Abgerundet wurde das Meeting durch eine Postersession mit 93 Postern, die Raum für Diskussionen und persönliche Gespräche bot.

Gemeinsam nach vorn

Das MLZ User Meeting 2025 zeigte eine Community, die trotz anhaltender Betriebspause geschlossen nach vorn blickt. Oder wie Christian Pfleiderer es formulierte: „Wir tun alles, um den Neustart des FRM II so schnell wie möglich voranzubringen und unseren 1200 Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern wieder Neutronen für ihre Forschung zur Verfügung zu stellen.“

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Prof. Dr. Martin Müller (r.) und Prof. Dr. Christian Pfleiderer (l.) informierten zum Auftakt des User Meetings zum aktuellen Stand des FRM II und des MLZ.

© Laura Richter, FRM II/TUM
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93 Poster mit den neuesten Forschungsergebnissen gab es in der Postersession zu sehen

© Laura Richter, FRM II/TUM
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Vertreter des Nutzerkomitees, Prof. Dr. Tommy Nylander, fasste den Optimismus der Community in seinem Vortrag in Worte.

© Laura Richter, FRM II/TUM
Jasper Landman
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Dr. Jasper Landman von der Universität Wageningen in den Niederlanden trug die neuesten Erkenntnisse zur Stabilisierung von Proteinstrukturen in der Lebensmittelforschung vor.

© Laura Richter, FRM II/TUM

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