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11.04.2025
Leichter, fester, heißer: Vortrag im Deutschen Museum
Vor rund 300 Zuschauerinnen und Zuschauern im Live-Stream und vor Ort im Deutschen Museum zeigte Dr. Michael Hofmann wie unverzichtbar die Forschung mit Neutronen für die Entwicklung von leichteren, festeren und unter höheren Temperaturen einsetzbaren Materialien ist.
Wie sich eine Schiene verbiegt, wenn der Zug über sie fährt, demonstrierte Michael Hofmann bei seinem Vortrag mit einem Zeigestock. © Deutsches Museum
Diese Materialien sind etwa in einem Motorblock, einer Eisenbahnschiene oder einer Gasturbine hohen Belastungen ausgesetzt. Durch Gießen, Umformen oder Härten im Herstellungsprozess entstehen innere Spannungen, die Michael Hofmann mit Neutronen an der Forschungs-Neutronenquelle bestimmen kann. Er ist Leiter der Eigenspannungs- und Texturgruppe am MLZ und verantwortlich für das Neutronendiffraktometer STRESS-SPEC. Anschaulich führte Hofmann das Publikum in die Messung von Eigenspannungen ein und zeigte, wie das bei der Herstellung von besseren Materialien für die Automobilindustrie oder bei Gasturbinen nützt.
Goldfunde mit Neutronen untersucht
Neben den ingenieur-technischen Forschungsbeispielen hatte Michael Hofmann auch noch etwas für Geschichtsinteressierte im Gepäck: Gold- und Eisenfunde aus der Keltenzeit haben Archäologen ebenfalls an seinem wissenschaftlichen Instrument mit Neutronen untersucht, um herauszufinden, wie sie hergestellt wurden.
Die Sitzreihen im Deutschen Museum waren zum Vortrag von Michael Hofmann ausverkauft. © Andrea Voit, FRM II / TUM
Spannung in Schienen erwünscht?
Das große Interesse des Publikums zeigte sich im Anschluss an den Vortrag. Viele stellten Fragen oder belagerten Michael Hofmann nach der offiziellen Fragerunde. Ob denn Eigenspannungen bei Schienen nicht sogar erwünscht seien, wollte ein Herr wissen. Michael Hofmann wusste: „Im Kopf der Schiene schaden die herstellungsbedingten Eigenspannungen im Betrieb nicht. Im Fuß dürfen sie einen bestimmten Wert nicht überschreiten.“ Weitere Fragen, die das Publikum beschäftigten, waren etwa die Zahl der Neutronen, die am Messinstrument von Michael Hofmann ankommen (10 Millionen pro Sekunde und Quadratzentimeter) oder wie die Neutronen zum Instrument geleitet werden.
Mehr Informationen:
Seit 2016 tritt eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler des FRM II oder MLZ einmal jährlich bei der Veranstaltungsreihe „Wissenschaft für Jedermann“ im Deutschen Museum auf. Zusätzlich zum Vortrag vor Ort ist seit der Corona-Pandemie auch ein Live-Stream geschaltet und die gesamte Präsentation im Nachgang auf den YouTube-Kanälen des Deutschen Museums und FRM II zu sehen.
Michael Hofmanns Vortrag, sowie viele andere Vörträge der Reihe “Wissenschaft für Jedermann”, sind auf YouTube zu sehen.
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