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12.11.2020

Großforschungsanlagen in München und Prag virtuell kennenlernen

Studierende beim Flash Talk Studierende beim Flash Talk Die Studierenden, die an den Flash Talks teilgenommen haben, zusammen mit den Organisatoren kurz vor dem Wettbewerb. © Johanna K. Jochum

Die Studierenden, die an den Flash Talks teilgenommen haben, zusammen mit den Organisatoren kurz vor dem Wettbewerb. © Johanna K. Jochum

Vor der aktuellen Krise hatten Wissenschaftler für dieses Jahr eine Mini-School für angehende Physiker der Technischen Universität München und der Charles University geplant – ein Kooperationsprojekt im Zuge der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur. Diese fand nun rein virtuell mit großer Beteiligung statt.

Ziel der Mini-School vom 18. bis 22. Oktober war es, die Großforschungsanlagen ELI (Extreme Light Infrastructure) beamlines, Karlsuniversität und Heinz Maier-Leibnitz Zentrum vorzustellen, dem wissenschaftlichen Nachwuchs Einblick in Labore zu geben und internationale Kontakte zu knüpfen.

Wegen der Covid19-Pandemie konnte die Veranstaltung in ihrer geplanten Form leider nicht stattfinden. Da es aber gerade in Krisenzeiten wichtig ist, die wissenschaftliche Nachwuchsförderung aufrechtzuerhalten war es den Veranstaltern ein Bedürfnis, diese erste Czech-Bavarian mini-school on large scale facilities and open data nicht einfach ausfallen zu lassen. Daher stellten die Organisatoren das Konzept grundlegend um und ermöglichten es, die Veranstaltung online stattfinden zu lassen.

Fünf Mal so viele Teilnehmer wie geplant
Diese Form bot sogar klare Vorteile – so konnten sich anstelle der ursprünglich geplanten 20 Studierenden aus Prag und München knapp 100 Wissenschaftler aus 20 Ländern für die Vortragsreihen anmelden.

Trotz der veränderten Bedingungen war der zentrale Bestandteil der School, die Führungen durch die verschiedenen Forschungsanlagen, virtuell möglich. Die ELI beamlines” bei Prag machten ihre Labore komplett virtuell zugänglich und ermöglichten so eine Onlineführung. Via Webcam führte die Organisatorin Dr. Johanna K. Jochum die Studierenden durch den FRM II. Auf gleichem Wege erhielten die Teilnehmer auch einen Einblick in das Kristallzucht- und Probencharakterisierungslabors des Materials Growth & Measurement Laboratory durch Dr. Petr Čermák.

Daten selbst ausgewertet
Doch nicht nur Führungen und Vorträge erwarteten die angehenden Physiker, in kurzen Flash Talks konnten die Studierenden aus Prag und München ihre eigenen Fähigkeiten im Vortragen wissenschaftlicher Ergebnisse unter Beweis stellen – und beeindruckten mit inhaltlicher wie kreativer Kompetenz, selbst unter starkem zeitlichen Druck, nicht nur ihre Kommilitonen sondern auch die Organisatoren.

Einen weiteren zentralen Aspekt zukunftsorientierter Forschung lernten die Teilnehmer am letzten Tag der Mini School kennen: Open Data, basierend auf den “FAIR Prinzipien, “Findability, Accessibility, Interoperability, and Reuse” digitaler Güter zum Wohle des gesamtwissenschaftlichen Fortschritts. Nach einer ausführlichen Einführung zum Thema und der Vorstellung verschiedener Tools zur öffentlichen Verwaltung und Publizierung von Daten wandten die Studierenden die Techniken direkt mit einem öffentlich zugänglichen Datensatz des Institut Laue-Langevin an.

Weitere Informationen
Das Datenauswertungsskript teilten die Studierenden auf der “figshare” Plattform. Es kann über ein docker-image ausgeführt werden. Die Ergebnisse der Datenauswertung wurden in einem kleinen Paper zusammengefasst und auf arXiv.

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