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02.09.2011

Mechatronik in der Neutronenquelle

Mit einem Einserschnitt hat Josef Waronitza seine Mechatroniker-Ausbildung an der Forschungs-Neutronenquelle FRM II abgeschlossen. Damit ist der 27-Jährige einer der besten in seinem Jahrgang an der Berufsschule für Fertigungstechnik in München.

SANS SANS Josef Waronitza war in seiner Ausbildung auch an den wissenschaftlichen Instrumenten tätig, hier an der Kleinwinkelstreuanlage SANS-1. (Foto: Wenzel Schürmann / TUM)

Josef Waronitza war in seiner Ausbildung auch an den wissenschaftlichen Instrumenten tätig, hier an der Kleinwinkelstreuanlage SANS-1. (Foto: Wenzel Schürmann / TUM)

Auf einem kleinen gelben Post-It-Zettel teilte Josef Warnoitza seinem Ausbilder, Technischer Direktor Dr. Anton Kastenmüller, an der Neutronenquelle sein Prüfungsergebnis mit: „Schnitt Berufsschule 1,17“. Weil der Mechatroniker-Lehrling die Prüfungen an der Industrie- und Handelskammer ebenfalls mit einer Eins vor dem Komma abschloss, zählt er nun zu den besten Azubis der Technischen Universität München und der Fertigungstechnik-Berufsschule in München. Die TUM ehrte den FRM II-Azubi mit einem Sonderpreis, von der Berufsschule erhielt er ein Buch.

Drehen, Fräsen und Elektroinstallationen – das hört sich zunächst nach den üblichen Tätigkeiten eines Mechatronikers an. Wenn Josef Waronitza allerdings von seiner Ausbildung an der Forschungs-Neutronenquelle erzählt, dann wird schnell klar, dass da mehr dahinter steckt. Die Abwechslung an der Forschungseinrichtung in Garching reizte ihn besonders: Seine Werkstücke reichten von sehr feinen Teilen wie einem Autofokus für die Kamera der Neutronentomographieanlage bis hin zu großen Komponenten einer Kühlwasserpumpe. „Am interessantesten fand ich die Mitarbeit an dem wissenschaftlichen Instrument PANDA“, sagt Warnoitza. Hier baute er zusammen mit dem Ingenieur und der Wissenschaftlerin das Drei-Achsen-Spektrometer um, das mit Neutronen zum Beispiel neue Materialien für die verlustfreie Leitung von Strom misst, und erhielt Einblick in die Wissenschaft des FRM II. Dank einiger Semester Maschinenbaustudium an der FH Augsburg konnte Josef Waronitza auch Bauteile in CAD simulieren.

Josef Waronitza Josef Waronitza Auch einen Führerschein mit dem Flurförderzeug hat Josef Waronitza am FRM II gemacht. (Foto: Wenzel Schürmann / TUM)

Auch einen Führerschein mit dem Flurförderzeug hat Josef Waronitza am FRM II gemacht. (Foto: Wenzel Schürmann / TUM)

Auf die Ausbildungsmöglichkeit am FRM II war Josef Warnoitza eher zufällig auf einer Jobmesse aufmerksam geworden. Er bewarb sich und bekam im Jahr 2008 die Zusage. Die Mechatroniker-Ausbildung an der Forschungs-Neutronenquelle der TU München ist mehrstufig: Uwe Stiegel betreute den angehenden Mechatroniker in der Werkstatt, Max Panradl im Elektroniklabor und Josef Pöllner vom TUM-Lehrstuhl für Maschinenelemente lehrte Waronitza Steuerungs- und Elektrotechnik. Sein Gesellenstück war ein neuer Schaltschrank für die Abwasseranlage am Atom-Ei.

Nach der Ausbildung bleibt Josef Warnonitza der Neutronenquelle treu. Er ist seit Anfang Juli im Technischen Dienst beschäftigt, wo er sich um die atomrechtlich vorgeschriebenen wiederkehrenden Prüfungen und die Wartung und Instandhaltung der Anlagen kümmert. Nebenbei wird er selbst noch einmal die Schulbank drücken, bei einer Weiterbildung zum Techniker. Und bald möchte er selbst, gemeinsam mit seinem Ausbilder Uwe Stiegel, neue Auszubildende zum Mechatroniker betreuen.

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